Bericht in der Aargauer Zeitung von Mittwoch, 13. August 2003 Feuerwehr gewährte eine «Wasserpause» Wettingen Bereits am zweiten Schultag kühle Abwechslung für
die hitzegeplagten Kinder Seit zwei Tagen wird in den Schulzimmern geschwitzt. Um den
hitzegeplagten Kindern Abkühlung zu bringen, hat die Feuerwehr gestern
ihre Wasserwerfer auf dem Rasenplatz beim Schulhaus Altenburg zum
Einsatz gebracht.
Hubert keller
Inspiriert habe sie die Street Parade, meinte Thomas Renold, der als
Aktuar der Feuerwehr Wettingen auch für die Information der
Öffentlichkeit zuständig ist. Dort, in Zürich, hatte die Feuerwehr auf
dem Bürkliplatz Wasserfontänen installiert, um die hitzigen Raver
abzukühlen. Die Idee, den Wettinger Schülern Gleiches widerfahren zu
lassen, kam ganz spontan, erklärte Feuerwehrkommandant Markus Widmer.
Und so liess man, um die Idee zu verwirklichen, auch nicht unnötig Zeit
verstreichen.
Die Schulpflege, die am Montag tagte, wurde informiert und um Zustimmung
angefragt. Auch aufseiten der Gemeinde sah man keinen Grund, den Kindern
den Plausch vorzuenthalten, obwohl man wegen der lang anhaltenden
Trockenheit und Dürre Wasser nicht vergeuden sollte. Einzige Bedingung
deshalb: Das Wasser durfte nicht in die Kanalisation fliessen, sondern
sollte zusätzlich der Bewässerung der Grünanlagen dienen.
Gekreische im Hydroschild
Und so rückten denn gestern Mittag vier Feuerwehrleute - sie mussten
nicht lange gebeten werden, sie waren (Zitat Widmer) «Feuer und Flamme»
- zu einem besonderen Einsatz aus. Auf dem Spielfeld des
Altenburgschulhauses wurden ein Ausgleichsbecken gefüllt und ein Regner
sowie diverse Kübelspritzen aufgestellt. Zum ganz speziellen Gaudi der
Kinder entwickelte sich aber das so genannte Hydroschild, mit dem die
Feuerwehr im Ernstfall den Übergriff des Feuers auf benachbarte Gebäude
verhindert.
Schreiend und kreischend sprangen die Kinder durch das hoch schiessende Wasser, planschten im Becken (Wassertemperatur um die 15 Grad) und sorgten mit den Kübelspritzen dafür, dass auch die Feuerwehrleute nicht trocken blieben. Fast etwas neidisch schauten die Lehrerinnen in sicherem Abstand dem Treiben zu. In ihrem Schulzimmer, oben unter dem Dach und nach Süden ausgerichtet, dürfte es über 35 Grad warm sein, meinte eine. Gemessen habe sie nicht. Bei den gegenwärtigen Temperaturen spielt ein Grad mehr oder weniger ja auch keine Rolle. Die «Wasserpause» im Altenburgschulhaus, wo gegen 400 Schülerinnen und Schüler der Unter- und Mittelstufe das neue Schuljahr begonnen haben, dauerte eine Stunde, eine halbe für die Unterstufe, die zweite halbe Stunde für die Oberstufe. Die Lehrerinnen machten sich keine Illusionen darüber, dass die «Pause» auch des Ende des Schultages bedeutete. «Bis all die aufgedrehten Kinder wieder trocken und versammelt sind, dürfte es Zeit sein, sie nach Hause zu entlassen.»
Andere Schüler an der Reihe
Heute werden die Kinder vom Altenburgschulhaus vergeblich auf die
rettende Feuerwehr hoffen, heute sind die Kinder im Schulhaus
Dorf/Zehntenhof, am Donnerstag jene der Heilpädagogischen Schule und am
Freitag die Schüler im Schulhaus Margeläcker an der Reihe.
Und dann sei Schluss, erklärte Feuerwehrkommandant Widmer. Die Aktion solle eine einmalige Angelegenheit bleiben. Sollte die Hitzeperiode anhalten, werden sich die Lehrpersonen ab nächster Woche an die Tipps des Departements Bildung, Kultur und Sport halten müssen, die etwa lauten: Unterricht im Wald, im Schulhauskeller, im Schwimmbad oder am Bach. Ist das ein adäquater Ersatz für die Wasserfontänen der Feuerwehr? |